medienberichte.de
Zeitungen, Zeitschriften, TV, Fernsehen, Rundfunk, Radio, Online, Homepages
Medien-Berichte (Presse-Berichte) und Fotos für Presse, Rundfunk, Fernsehen/TV und Online-Medien.

Berichte

2008-05-14 – Der Nachfahre des Kaisers

Konstanzer Unternehmer ist ein Ururenkel von Napoleon III.

File-id: 156
Der Konstanzer Unternehmer Werner Fretz ist ein Ururenkel von Napoleon III. Zum 200. Geburtstag des „Kaisers vom Bodensee“ gibt es eine große Doppelausstellung in Konstanz und im Schloss Arenenberg.
Foto: Nikolaj E. A. Schutzbach (2008-05-14)
Konstanz (-) Der Ururgroßvater von Werner Fretz war ein echter Kaiser: Charles Louis Napoleon Bonaparte, besser bekannt als Napoleon III., hat in jungen Jahren im thurgauischen Arenenberg und in Konstanz gelebt. Als junger Mann sorgte er bei seinen zahllosen Affären mehrfach für Nachwuchs.
Noch heute lassen sich Abstammungen vom späteren französischen Kaiser nachweisen, so der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing. Die wenigsten wollen damit jedoch an die Öffentlichkeit treten. Auch Werner Fretz zweifelte: „Ich habe lange überlegt, ob ich in der Anonymität bleiben soll“. Schließlich ist der Seniorchef des Einrichtungshauses Fretz kein Unbekannter. „Ich erwarte von dieser Information auch keinen Schaden für unser Familienunternehmen“, sagt er selbstbewusst.
Der Nachweis einer Nachkommenschaft ist nicht einfach zu führen, taucht doch der Name Louis Napoleon – so der gängige Name des Neffen des großen Napoleon I. – in keiner Urkunde auf. Im Falle von Werner Fretz gibt es jedoch zahlreiche Indizien.
Das Verhältnis zu Anna Maria Schiess, einer in Allensbach geborenen und lebenden Frau, ist überliefert. Die 1812 geborene Frau mit tizianrotem Haar stammte von andalusischen Auswanderern ab. „Sie waren einfache Leute“, berichtet Fretz. Die Beziehung mit Louis Napoleon dürfte länger angedauert haben, mutmaßt ihr Ururenkel.
1839 brachte Anna Maria Schiess einen Sohn zur Welt, der auf den Namen Bonaventur („schönes Abenteuer“ und gleichzeitig ein Wortspiel mit Bonaparte) getauft wurde. Erst 1854 heiratete sie den 14 Jahre jüngeren Meinrad Karrer, der den Jungen adoptierte. Sie muss mit 41 Jahren noch sehr attraktiv gewesen sein, vermutet Werner Fretz. Vielleicht hat aber auch das Geld eine Rolle gespielt; Louis Napoleon unterstützte sie wohl fürstlich, denn anders sei es kaum zu erklären, wie sie einen Bauernhof kaufen konnte, so Fretz. Napoleons Geld ermöglichte Bonaventur eine gute Schulbildung und Lehre. In den Unterlagen des Standesamtes wird er als Schuhmacher, Landwirt und Ratsschreiber geführt.
„Als Kind, wenn wir bei Verwandten in Allensbach und Hegne waren, war die Abstammung zu Napoleon III. immer ein Thema.“, erzählt Fretz. Aber so richtig interessiert habe es ihn in jungen Jahren nicht. Später sei dann hierfür keine Zeit gewesen. Erst mit der Ausstellung zum 200. Geburtstag habe er sich intensiv damit befasst, berichtet er.
Trotzdem erinnert sich Fretz an mehrere Ereignisse aus seiner Jugend, wonach die Verwandtschaft mit Napoleon III. weithin bekannt gewesen sein musste. Bei der Beerdigung einer Tante traf sich auf dem Allensbacher Friedhof die Verwandtschaft. Werner Fretz hörte, wie ein etwa 90 Jahre alter Mann sagte: „So, so, der ganze Napoleon-Verein ist auch da“. Zudem seien Sprüche wie „Deine Nase kannst du nicht verleugnen“ oder „Geh doch nach Arenenberg“ gang und gäbe gewesen, erzählt er.
Ein weiterer Hinweis auf die kaiserlichen Gene ist ein schlichter Kupferring, den Louis Napoleon als Zeichen seiner Verbundenheit überlassen hat. Dieser Ring befindet sich heute im Besitz eines Cousins von Werner Fretz.
Eine dieser Cousinen kann sich heute noch gut an den Sohn von Louis Napoleon – ihren Urgroßvater erinnern – und die Dutzende von Ausflügen, die sie gemeinsam auf den Arenenberg unternommen haben. Und natürlich an das wichtigstes aller Themen, die Abstammung vom berühmten Vorfahren.
Heute leben noch drei seiner Cousins und zwei seiner Cousinen, er ist jedoch das einzige Kind seiner Eltern. Seine Mutter war die einzige weibliche Nachfahrin in seiner Linie. Die Weitergabe der Gene Napoleon III. hier am See ist gesichert: zwei Töchter und ein Sohn hat Werner Fretz. Sechs Enkel – ein weiteres Kind ist unterwegs – tragen Erbfaktoren des letzten französischen Kaisers in sich.
Autor: Nikolaj E. A. Schutzbach – Letzte Änderung: 2008-05-25 11:21:12

Links

Napoleon III.

[HOME] [Login] [Home]