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2006.01.22 – Neidischer Blick aufs Technische Hilfswerk

10 000 Stunden geleistet – Viel Lob beim traditionellen Neujahrsstehempfang

Konstanz (nea) Viele Menschen im Ausland blickten sehr neidisch auf das deutsche Technische Hilfswerk (THW), sagte Bürgermeister Claus Boldt beim traditionellen Neujahrsstehempfang des Konstanzer Ortsverbands in der Unterkunft in der Litzelstetter Straße.
So hätte nach der Flutkatastrophe beim Hurrikan "Katrina" schneller geholfen werden können. In der Tat sei die scheinbar modernste Bevölkerung der Welt nicht in der Lage etwas vergleichbares aufzustellen, bestätigte der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann den allgemein vorherrschenden Eindruck.
"Wir wüssten nicht, was wir ohne sie täten", lobte Bürgermeister Boldt die Leistungen der Frauen und Männer des Technischen Hilfswerks. Erfreut zeigte er sich auch über die erfolgreiche Jugendarbeit des THW, denn Untersuchungen hätten ergeben, dass "Null Bock" out sei. Des weiteren würden schulische Leistungen durch derartige Aktivitäten verbessert.
Rund 10 000 Stunden leisteten die rund 100 Helferinnen und Helfer gemeinsam mit den Junghelfern, berichtete der Ortsbeauftragte Günter Wiggert. Die Zahl der Angehörigen sei erfreulicherweise gleich geblieben. Den allgemein vorherrschenden Trend des Desinteresses am Ehrenamt gebe es bei ihnen zum Glück nicht, freute sich der Ortsbeauftragte.
Zugführer Wolfgang Rüdiger schilderte die Hilfeleistungen im vergangenen Jahr: Unter anderem gab es eine Flugzeugbergung aus dem Ried. Der Flieger war rund 500 Meter vom Ufer entfernt im Schilf niedergegangen. Die Bergung hatte schonend für Gefährt und Umwelt zu geschehen.
Des weiteren erfolgten diverse Steg- und Plattformbauten wie für eine ZDF-Show, das Dampfschifftreffen im Kreuzlinger Hafen und die Gewa auf Klein Venedig. Bei Rock am See und bei einer Unfallaufnahme unter der neuen Rheinbrücke leuchte das THW aus. Unterstützung stellten sie für die Bundeswehr beim Fallschirmspringen vor Langenargen.
Wolfgang Rüdinger selbst war für rund sechs Wochen in Sri Lanka, um dort nach der furchtbaren Tsunami-Katastrophe die Trinkwasseraufbereitung aufbauen zu helfen.
Die stattliche Anzahl der geleisteten Stunden spiegle sicher nicht den wahren Umfang wieder, sagte Andreas Hoffmann. Aus seiner Erfahrung heraus – er ist Vorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Bezirk Konstanz-Bodensee – würden viele Führungskräfte Zeiten für organisatorische Arbeiten gar nicht erfassen.
Die Musiker von "One an a half hour band" umrahmten mit Unterhaltungsmusik und Dixie das Neujahrstreffen.
Informationen über das THW gibt es auf deren Homepage unter www.thw-konstanz.de.
Einen Scheck über 1 000 Euro für die Verdopplung der Lichtleistung auf 24 000 Watt überreichte Karsten Wilke (rechts) – Leiter der Filiale Ergatshausen der Sparkasse Bodensee – an Franz-Peter Fritz (links), Vorsitzender des Fördervereins des Technischen Hilfswerks (THW). Günter Wiggert (Mitte), Ortsbeauftragter des Konstanzer THW, freut sich über die zusätzlichen Geldmittel. Der Förderverein finanziert unter anderem Gerätschaften, für die vom geldgebenden Bund keine Mittel bereitgestellt werden.
Foto: Nikolaj Schutzbach
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