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2006.04.07 – "Paramedics" könnten Rettungsdienst ergänzen

Umbruch im Rettungswesen erwartet – Jahresrückblick des Malteser Hilfsdienstes

Konstanz (nea) Junge Notärzte zu gewinnen sei inzwischen schwierig geworden, sagte der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann beim Jahresrückblick des Malteser Hilfsdienstes (MHD). Er erwarte in den nächsten Jahren einen deutlichen Umbruch im Rettungswesen, sagte Hoffmann, daher müsse das Rettungsdienstpersonal zukünftig noch mehr können. Die Malteser empfingen ihre Gäste in der Fahrzeughalle an der Dienststelle in der Friedrichsstraße.

Ehrungen

10 Jahre: Dung-Doc Tran, Isabelle Hellwig, Sandra Liebe, Tobias Stoiber, Volker Weidner, Ester Sondern, Caren Deicher; 15 Jahre: Patricia Lange; 20 Jahre: Stefan Weber; 25 Jahre: Angela Banholzer, Volker Kurzweg; 35 Jahre: Thea Egenhofer; Verdienstmedaille in Bronze: Sabine Hartauer
Hoffmann kann sich vorstellen, dass es zu ähnlichen Qualifikationen wie in den USA kommen wird. Dort werden sogenannte "Paramedics" eingesetzt, wenn kein Notarzt zur Verfügung steht. Diese entscheiden anhand vorgegebener Handlungsabläufe über dringende medizinische Maßnahmen oder lassen sich per Telefon das Okay von einem Notarzt geben.
Wolfgang Stoiber, Stadtbeauftragter des Konstanzer MHD, konnte sich letztes Jahr über "eine stattliche Anzahl neuer Helfer" freuen, die aus den Teilnehmern zweier Sanitätskurse gewonnen wurden. Der ehrenamtliche Rettungsdienst ergänzt in wesentlichen Teilen den hauptamtlichen, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen. Die Rufbereitschaft, die einen zusätzlichen Rettungswagen in Konstanz besetzt, kam letztes Jahr auf die stattliche Anzahl von 48 Einsätzen. Der Sanitätsdienst war unter anderem auch wieder bei verschiedenen Großveranstaltungen, wie Seenachtfest, Flohmarkt oder den Freiluft-Konzerten aktiv.
Die letztes Jahr drohende Umstellung auf private Rettungsdienste bei Großveranstaltungen verhinderte die MHD-Führung Dank der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Unterstützung durch den Gemeinderat erfolgreich. Für Stoiber ist wichtig, dass die 59 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die schließlich im Katastrophenfall fachkundig helfen sollen, dabei ausreichend Gelegenheit erhalten Erfahrungen zu sammeln.
Wie im Rettungsdienst setzen die Malteser beim Behindertenfahrdienst auf die Mitarbeit der Ehrenamtlichen, die vergangenes Jahr 100 Schichten besetzten. Auch hier verlassen viele Helfer wegen eines Studium Konstanz, berichtete der Ortsbeauftragte, so dass es immer wieder neuer Anstrengungen bedürfe, um die entstandenen Lücken zu füllen.
19 652 Stunden leisteten die Malteser ehrenamtlich im Jahr 2005. Rund 140 Aktive – inklusive der Jungmalteser – zählt der MHD. Beieindruckend sind auch die Zahlen, die Bezirksgeschäftsführer Jürgen Raupp über die Arbeit der Hauptamtlichen verkündete: 2 851 852 Kilometer legten die Fahrdienste im Bezirk Konstanz zurück. Das entspricht einer 71-fachen Erdumrundung! Allein beim Internationalen Rückholdienst kamen 308 922 Kilometer zusammen. Der Mahlzeitendienst lieferte 246 281 Essen aus.
Der Konstanzer MHD hat eine neugestaltete Homepage unter: www.malteser-konstanz.de.
Allen Grund zum Lachen haben der MHD-Ortsbeauftrage Wolfgang Stoiber, MHD-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Raupp, Angela Banholzer und Sabine Hartauer (von links) die sich im Rettungswagen präsentieren. Stoiber erhielt eine Dankesurkunde für seine 35-jährige engagierte Arbeit, Banholzer wurde für 25 aktiven Dienst geehrt und Hartauer mit der Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet.
Foto: Nikolaj Schutzbach
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