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2006.04.24 – Ein flotter "Flirt" auf dem Schienenstrang

Bequemer Einstieg und behindertengerechte Ausstattung

Landkreis Konstanz (nea) Ein überglücklicher Landrat Frank Hämmerle präsentierte vor Medienvertretern den neuen Seehas. Der "Flirt" genannte Zug wird ab dem 1. Mai zum Einsatz kommen - sechs Monate eher als ursprünglich geplant. "Flirt" ist eine Abkürzung für "Flinker Leichter Innovativer Regional Triebzug".
Die seit über zehn Jahren währende Erfolgsgeschichte des Seehas kann mit diesem Zug seine Fortsetzung finden. Auf einer Pressefahrt zwischen Konstanz und Singen konnten sich die Medienvertreter vom hohen Qualitätsstandard der von Stadler entwickelten Züge überzeugen. Besonders das hohe Beschleunigungsvermögen (1,2 m/s2) und das rumpelfreie Fahren fielen angenehm auf.
Zuvor hatte Hämmerle auf dem Konstanzer Bahnhof im Beisein von Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle das neue "seehas"-Logo enthüllt. Der freudestrahlende Landrat betonte, er könne sich nicht oft genug dankend in Richtung Stuttgart für die gewordene Unterstützung verneigen. Sein Dank und seine Zuversicht sind verständlich, schließlich ist der Seehas ein wichtiges Rückrat des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis.
Insgesamt stellt die SBB GmbH (Deutschland) - eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) - im Laufe dieses Jahres neun Flirts für die "Seehas"-Strecke Konstanz - Engen in Dienst. Die vierteiligen Seehas-Flirt bieten 202 Sitz- und 284 Stehplätze. Der Zug ist etwas mehr als 74 Meter lang und fast 2,9 Meter breit. Die neuen Triebwagen zeichnen sich durch eine moderne Ausstattung mit Klimaanlage und ein zeitgemäßes Fahrgastinformationssystem aus.
Die Niederflureinstiege der sechs Türen pro Seite gewährleisten auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen ein bequemes Ein- und Aussteigen. Die Fußbodenhöhe beträgt am Einstieg 570 Millimeter (sogenannter Niederflureinstieg), so dass an den meisten Bahnsteigen keine Stufe überwunden werden muss. Der Spalt zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante wird durch Schiebetritte überbrückt. Der gesamte Flirt ist stufenlos begehbar. Die WC-Kabine wurde zu einer behindertengerechten Lösung in entwickelt, so dass ein Rollstuhlfahrer und eine Begleitperson ausreichend Platz zur Verfügung haben.
Der Triebzug kann eine Spitzengeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde erreichen. In Deutschland ist er bisher nur für 140 km/h zugelassen. Der zehnachsige Flirt wird von vier Elektromotoren angetrieben, die zusammen eine Dauerleistung von 2000 Kilowatt erbringen. Jeder Zug kostet rund 5,5 Millionen Euro.
Als erstes werden die Flirts die ganz alten Triebwagen und Waggons - erkennbar an den rundlicheren Kanten - ersetzen. Wenn alle neuen Züge ausgeliefert sind, werden die anlässlich der Seehas-Eröffnung vor über zehn Jahren angeschafften NPZ ("Neuer Pendelzug") einer anderen Bestimmung zugeführt werden.
Der Flirt wurde von der Firma Stadler entwickelt. Dieses Unternehmen hat seinen Stammsitz im schweizerischen Bussnang bei Weinfelden.
 
 
Überglücklich sind Landrat Frank Hämmerle und Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle (von links), die den neuen Seehas-Triebwagen vom Typ "Flirt" der Öffentlichkeit übergeben haben.
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos: Nikolaj Schutzbach
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