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2006.10.21 – Erdbeben im "Blauen Oktober"

Katastrophenübung des Technischen Hilfswerks – Anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen

Landkreis Konstanz (nea) Die Erdbebenvorhersage ist bekanntermaßen eine unsichere Sache. Daran mag es auch gelegen haben, dass das geplante Beben am Samstag statt um 7.53 Uhr mit einer Stunde Verspätung eintrat, um den Beginn der Katastrophenübung "Blauer Oktober" des Technischen Hilfswerks (THW) einzuläuten. Einer der beteiligten Ortsverbände hatte seinen Übungsort verspätet aufgebaut.
Kurz nach dem "Erdbeben" erreichen die Leitstelle in Radolfzell mehrere "Notrufe", die von verletzen Personen berichten, die sich in gefährlichen Lagen befinden. Darauf alarmiert sie nach und nach die vier im Landkreis vorhandenen Ortsverbände in Konstanz, Radolfzell, Singen und Stockach und weist ihnen die ersten Einsatzaufträge zu.

Das THW

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) hat im Landkreis Konstanz vier Ortsverbände (OV). Konstanz, Radolfzell, Singen und Stockach. Diese bestehen aus jeweils einem Zugtrupp und zwei Bergungsgruppen, die für technische Aufgaben ausgebildet und ausgerüstet sind. Zusätzlich ist jedem OV eine spezielle Aufgabe wie Wassergefahren, Infrastruktur oder Tauchen zugewiesen. (nea)
Wenig später richtet sich "LuK" – der Leitungs- und Koordinierungsstab – in der Singener THW-Unterkunft in der Grubwaldstraße 9 ein. Dorthin melden die Einsatzkräfte die vorgefundenen Lagen. Bei Bedarf entsendet der "Luk" weiteres Personal und Material oder weist nach Erledigung des Auftrags einen neuen Einsatz zu.
In der Burgruine Altbodman – die derzeit für die Öffentlichkeit wegen Instandhaltungsarbeiten gesperrt ist – werden zwei Bauarbeiter schwer verletzt. Giftige Gase und Dämpfe treten aus, so die Übungsannahme. Einer der Männer liegt auf einem der Gerüste, was die Rettung für die Helferinnen und Helfer unter Pressluftatmern in dem recht unwegsamen Gelände besonders schwierig gestaltet.
Beim Schützenhaus in Weiler stoßen zwei Autos zusammen und stürzen einen Abhang hinunter. Vier Menschen werden verletzt, zwei davon eingeklemmt, sodass sie mit hydraulischen Rettungsgeräten befreit werden müssen. Der Zugang und die Rettung kann dort nur über den steilen Abhang erfolgen.
Im Alten Kalkwerk in Neuhausen mit seinen alten Treppen, Dächern und Gewölben verunglücken zwei Arbeiter in tief liegenden Räumen. Helferinnen und Helfer dringen schließlich erfolgreich zu den Verletzten vor. Plötzlich kommt es zu einem starken Wassereinbruch, der die THWler zu raschem Handeln zwingt um nicht zusammen mit den Opfern in noch größere Gefahr zu geraten.
In Orsingen werden in einem ehemaligen Kartoffelkeller, der etwa zehn Meter tief in den Felsen ragt, drei Personen unter schweren Betonplatten, Fässern und sonstigem Gerümpel verschüttet. Dort muss das THW mehrere Scheinwerfer aufbauen, um die Verschütteten vorsichtig befreien zu können.
Bis zum späten Nachmittag dauert die Übung, denn jeder der vier Ortsverbände muss an allen vier Stationen die jeweiligen Aufgaben bewerkstelligen. Mehrere Sanitätsdienstorganisationen stellen Mitarbeiter bereit, die die übenden THW-Helfer beraten. Insgesamt beteiligen sich 92 Personen am "Blauen Oktober".

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Beim durch das "Erdbeben" ausgelösten Verkehrsunfall am Schützenhaus in Weiler wird Daniel Schwab so schwer verletzt, dass er in einer Schleifkorbtrage von THW-Helfern einen Hang hinauf gezogen werden muss.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine THW-Helferin mit Atemmaske und Pressluftgerät kümmert sich um den auf dem Gerüst liegenden Bauarbeiter in der Burgruine Altbodman, der beim "Erdbeben" stürzte und sich ein Bein brach.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beim "Erdbeben" stürzt ein Bauarbeiter in der Burgruine Altbodman so schwer, dass er bewusstlos liegen bleibt, und vom THW "gerettet" werden muss.
 
 
 
 
Beim "Erdbeben" hat sich ein Bauarbeiter in der Burgruine ein Bein gebrochen und muss von THW-Helferinnen und -Helfern auf einer Schleifkorbtrage vom Gerüst "gerettet" werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos: Nikolaj Schutzbach
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