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2006.12.10 – Auf zwei Etagen unterwegs
Neues Eisenbahnzeitalter auf der Schwarzwaldbahn gefeiert – Moderne Züge in Dienst gestellt
Konstanz (nea) Mit einem Fahrgastansturm feierte die Schwarzwaldbahn am Sonntag den Fahrplanwechsel zwischen Konstanz und Karlsruhe. Reisende testeten mit einer Sonderfahrkarte für nur drei Euro den ganzen Tag lang den neuen Komfort in modernen Doppelstockzügen. Das Schnäppchenangebot am "250-km-Schnupper- und Erlebnistag" führte zu teilweise überfüllten Zügen.
Nachdem in den letzten Jahrzehnten der Nahverkehr in Konstanz meist weit hinter dem Qualitätsstandard anderer Regionen hinterher hinkte, hat mit Beginn des neuen Fahrplans der modernste Fuhrpark Einzug gehalten. Die roten Wendezüge werden von einer 5,6 Megawatt (7 600 PS) starken Elektrolokomotive der Baureihe 146 gezogen beziehungsweise geschoben. Der Zug erreicht, sofern die Strecke hierfür ausgebaut ist, eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer in der Stunde.
Andrea Lauth aus Triberg, die an diesem Tag ihren 47. Geburtstag feiert und das erste Mal nach Konstanz kommt, findet den Zug "wunderbar". "Er hat Atmosphäre" sagt sie anerkennend. Für die Eisenbahn hat sie noch mehr Lob übrig: "Ich kann damit sorgenfrei ans Ziel kommen". Für die Zukunft wünscht sie sich, dass er immer so sauber bleibt.
Die 49-jährige Judith Mayer aus Hegne testet das neue Fahrgefühl. "Ich bin neugierig", sagt sie erwartungsvoll. Mit ihrer Familie hat sie im oberen Stockwerk, der "Panoramaklasse" – wie die Werbetexter der Deutschen Bahn es nennen – Platz genommen. Einige Plätze weiter sitzt Gottfried Mayer aus Konstanz – nicht verwandt oder verschwägert mir der vorgenannten Frau – zusammen mit einem Ehepaar aus Friedrichshafen. "Ich bin überrascht vom modernen Flair", lobt der 72-Jährige anerkennend. "Das wertet das Bahnreisen auf", sagt er und erinnert an die Silberlinge, die bis vor etwa zehn Jahren noch in ihrem originalen Zustand gefahren sind.
Der 15-jährige Jannick Oberbeck ist von Romanshorn nach Donaueschingen unterwegs und einer der wenigen Reisenden, die nicht extra wegen der "neuen Schwarzwaldbahn" unterwegs sind. Der Junge findet den Zug "recht nobel".
Die beiden Freundinnen Karin Schlicht, 66, und Dora Gennari, 68, sind erprobte Bahnfahrerinnen. Nicht selten nehmen sie ihre Fahrräder im Zug mit. Heute seien sie jedoch aus Interesse unterwegs. Sie bekunden einhellig, dass der Zug sehr schön und ruhig sei: "Es klappert nirgends", sagen sie. Die beiden sitzen an einem "Zweier-Platz", und dort vermissen sie eine Ablagemöglichkeit oder einen Haken, wo sie die Handtasche ablegen oder aufhängen können. Diese in die Ablage über ihnen zu tun, möchten sie nicht. Auch wünschten sie sich einen aus der Rücklehne herausklappbaren Tisch. Dort erkennt der aufmerksame Betrachter in den Rückenlehnen die hierfür nötigen Aussparungen.
Zum Weihnachtsmarkt in Konstanz unterwegs ist Evelyn Pfleghaar. Die 39-Jährige betreibt dort einen Stand. "Immer im Dezember fahre ich mit dem Zug", sagt sie, die von Güttingen mit dem Bus nach Radolfzell fährt und dort umsteigt. "Toll, klasse", schwärmt sie, obwohl sie in dem überfüllten Zug im dichten Gedränge stehen muss. Die ehemalige Raucherin weiß es zudem zu schätzen, dass nicht mehr geraucht werden darf.
Die Züge sind teilweise proppenvoll. Die drei oder vier Waggons mit je 126 Sitzplätzen – beziehungsweise 100 Sitzplätze im Steuerwagen – pro Zug sind für dieses Ereignis zu wenig. Als Entlastungszüge werden daher Triebwagen der Hohenzollerischen Landesbahn eingesetzt, die eigentlich zwischen Radolfzell und Stockach die Seehäsle-Strecke bedient.
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Fahrgastmassen drängten sich nicht nur in Konstanz in und aus den Zügen der "neuen Schwarzwaldbahn". Dem Zuspruch nach, den die neuen Lokomotiven und Waggons am ersten offiziellen Betriebstag erhalten haben, dürfte der Schwarzwaldbahn eine erfolgreiche Zukunft bevorstehen.
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Seine verkleinerte Schokoladenausgabe verteilte der Weihnachtsmann des Verkehrsverbundes Hegau-Bodensee (VHB) an alle braven Fahrgäste im neuen "Schwarzwaldzug".
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Für den "3-Löwen-Takt", den Taktfahrplan für den Nahverkehr in Baden-Württemberg, werben in den neuen Schwarzwaldzügen drei Löwen: Sie verteilen "Gummilöwchen" an alle Fahrgäste.
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Andrea Lauth
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Judith Mayer
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Gottfried Mayer
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Jannick Oberbeck
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Karin Schlicht und Dora Gennari
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Evelyn Pfleghaar
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Fotos: Nikolaj Schutzbach