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Berichte
2008-02-21 – Ein Thurbo für den schnellen ReiterTriebwagen auf „Napoleon III.“ getauft – Große Doppelausstellung zweier Museen
Konstanz/Kreuzlingen/Arenenberg (-) Der Thurgauer Regierungsrat für Erziehung und Kultur Jakob Stark und der Konstanzer Kulturbürgermeister Claus Boldt tauften einen Triebwagen der schweizerischen Regionalbahngesellschaft Thurbo im schweizerischen Bahnhof in Konstanz auf den Namen „Napoleon III.“. Der Zug bewirbt die am 20. April beginnende Doppelausstellung im Napoleonmuseum in Arenenberg und im Kulturzentrum am Münster in Konstanz. Anlass ist der 200. Geburtstag des französischen „Kaisers vom Bodensee“.
Ernst Boos, Geschäftsführer der Thurbo, erklärte in seiner Grußbotschaft, dass der am Bodensee aufgewachsene Prinz Louis Napoleon Bonaparte, ein Neffe des großen Napoleon, für seine häufigen und regelmäßigen Besuche in Konstanz, das damals so etwas wie eine „Residenzstadt“ für die umliegende Gegend war, heute einen Zug der Thurbo statt seiner Kutsche nehmen würde. Der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing widersprach in seiner launigen Art Boos, dass der damals recht rüpelhafte Jüngling sich die schnellsten Pferde hielt. Mit diesen habe er, wenn’s gut lief, nur eine Viertel Stunde für die rund zehn Kilometer nach Konstanz benötigt. In der Stadt hatte er daher öfters eine Strafe für sein zu forsches Reiten zu bezahlen.
Der Prinz war als 7-jähriger mit seiner Mutter Hortense ins Exil an den Bodensee gekommen. Beide pflegten von ihrem Schloss Arenenberg enge Kontakte in die nahe gelegene Stadt. Der letzte Konstanzer Bistumsverweser Ignaz Heinrich von Wessenberg gilt als väterlicher Freund des Heranwachsenden, erzählte Dominik Gügel, Leiter des Napoleonmuseums im Schloss Arenenberg. Seine Mutter war mit der Malerin Maria Ellenrieder eng befreundet. Zu Beginn dieser Zeit galt Konstanz als ausgesprochen unattraktiv. Die Anwesenheit von Hortense und Louis Napoleon habe wie eine Förderung des Fremdenverkehrs gewirkt und nicht zuletzt die Wirtschaft beflügelt, so der Konservator.
Dominik Gügel verspricht einige sensationelle Ausstellungsstücke: So werde die berühmte Kutsche, in der Napoleon III. nach der Kapitulation von Sedan 1870 zusammen mit Otto von Bismarck zum preußischen König Wilhelm fuhr, ausgestellt. Des weiteren verspricht er eine Windbüchse von 1830, die als Spazierstock getarnt als sogenannte „Verschwörerwaffe“ 9-Millimeter-Projektile verschießen konnte. Zudem sei es Christina Egli, der stellvertretenden Leiterin des Napoleonmuseums, gelungen über ein Internetauktionshaus mehrere Ringe zurückzukaufen, berichtete Gügel. Diese schlichten aus Kupfer oder Bronze bestehenden Schmuckstücke hatten als Erkennungszeichen gedient.
Der ZugDen dreiteilige Gelenktriebwagen „Napoleon III.“, ein sogenannten GTW 2/6, ziert auf dem mittig gelegenen Antriebsblock auf der einen Seite das überlebensgroße Porträt Napoleons III., auf der anderen das Schloss und der Park Arenenberg in der Malerei von Emmanuel Labhardt. Jeweils an den Enden ist rechts der Schriftzug „Napoleon III.“ mit dem Kopfbild des „Thurgauer Kaisers“ zu sehen. Der Triebwagen wird im gesamten Netz der Thurbo eingesetzt und ist damit im gesamten Kanton Thurgau bis in die Nachbarkantone und Konstanz unterwegs.
Die AusstellungenDie Doppelsonderausstellung finden gleichzeitig im Napoleonmuseum in Arenenberg (Schweiz) und im Kulturzentrum am Münster in Konstanz statt. Die Ausstellungen beginnen am 20. April 2008 und werden bis Oktober dauern. Die Veranstalter stellen derzeit ein umfangreiches und abwechslungsreiches Begleitprogramm zusammen. Die beiden Museen sind im Internet vertreten: www.napoleonmuseum.ch und www.konstanz.de Galerien1 Galerien
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