|
medienberichte.de
Zeitungen, Zeitschriften, TV, Fernsehen, Rundfunk, Radio, Online, Homepages
Medien-Berichte (Presse-Berichte) und Fotos für Presse, Rundfunk, Fernsehen/TV und Online-Medien.
|
|
Berichte
2008-04-01 – Lebendige Geschichte aus Wohnzimmern und von DachbödenHistoriker entdecken unerwartete Schätze – Vorbereitungen zur Doppelausstellung zum 200. Geburtstag von Napoleon III.
Überraschende Funde und außergewöhnliche Ausstellungstücke verspricht Tobias Engelsing, Direktor der Konstanzer Museen, der gerade mit seinen Mitarbeitern zum Endspurt für die Gestaltung der großen Ausstellung über Napoleon III. ansetzt. Gemeinsam mit dem Napoleonmuseum in Arenenberg wird es eine Doppelausstellung anlässlich des 200. Geburtstages des letzten französischen Kaisers geben, der von 1815 bis 1838 am Bodensee lebte.
Zur Vorbereitung gehörten ergiebige Forschungen in Archiven und Privatsammlungen. Mindestens genauso wichtig war für Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums, und Tobias Engelsing, dass sie zahllose Kontakte zu hier lebenden Menschen haben. Diese Verbindungen ermöglichten es schlussendlich viel Neues zu entdecken, so Engelsing. Die einsetzende Mundpropaganda vergrößerte den Kreis derer, die – teils unerwartete – Schätze aus der Zeit Charles Louis Napoleons Bonaparte – wie der zweite französische Kaiser eigentlich heißt – in Wohnzimmern und auf Speichern horten. Der Plan für beide Ausstellung steht längst fest, trotzdem trudeln immer wieder Bilder, Bücher oder Urkunden ein, die helfen können, Licht in die Vergangenheit von Napoleon III. zu bringen.
Der Historiker Engelsing muss diese Funde bewerten und entscheiden, ob sie überhaupt zur Planung passen. Jedes Teil erhält einen Zettel mit Bild und beschreibendem Text. Besonders kostbare Stücke müssen eigens versichert werden. In einem großen Raum hinter dem Rosgartenmuseum wird alles aufbewahrt und nach Themen sortiert, sodass ein erster Eindruck über die gedachte Szene entsteht. Von dort geht's dann in den Richentalsaal im Kulturzentrum am Münster, wo die handwerklichen und technischen Arbeiten das Werk vollenden.
"Napoleon III. satt", verspricht der Konstanzer Museumsdirektor den Ausstellungsbesuchern. Die Grundgerüste beider Ausstellungen würden sich ähneln, selbstverständlich gibt es Unterschiede bei den gezeigten Exponaten: Dargestellt wird im Kulturzentrum am Münster vor allem das Konstanzer Leben, das der Neffe des großen Napoleons und seine Mutter Hortense geführt haben. Die Stadt war so etwas wie deren "Residenz". "Hortense hat am See die Königin gegeben", erzählt der Historiker, was für Juweliere, Modegeschäfte und das Theater ausgesprochen gewinnbringend gewesen sei.
Dass die Konstanzer Schau nicht nur ein Abklatsch des Napoleonmuseums wird, zeigen Kostbarkeiten wie die Kutsche, mit der Kaiser Napoleon III. im September 1870 zur Kapitulation zum preußischen König Wilhelm I. gefahren war, ein Pferdeschlitten, Möbel, "Beutewaffen" aus dem deutsch-französischen Krieg oder Dankesbriefe von Louis Napoleon an Konstanzer Bürger.
In Konstanz gibt es viele Orte, Personen, Erinnerungen sowie Geschichten und Anekdoten, die von Louis Napoleon und Hortense erzählen. Diese sollen erfahrbar, gewissermaßen lebendig werden. Keine leichte Aufgabe, sind doch die Etats im Vergleich zu großen Landesausstellungen recht bescheiden, wie der Museumschef betont: Mit rund 110 000 Euro Kosten – davon werden 40 000 Euro von der Landesstiftung Baden-Württemberg gedeckt – und rund 200 000 Schweizer Franken erreicht die Doppelausstellung nur ein Bruchteil der siebenstelligen Beträge für die vorgenannten Ausstellungen. |
| © 2003-2012 Nikolaj Schutzbach |
Webmasters E-Mail und Homepage. |
|