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Berichte

2010-04-09 – Das Napoleonmuseum auf Arenenberg bittet zu Tisch

Sonderausstellung zur Kultur des Essens und Trinkens zwischen 1800 und 1900

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Gemeinsam mit Museen aus Frankreich und Italien präsentiert das Napoleonmuseum eine Ausstellung rund ums Essen und Trinken im 19. Jahrhundert. Das Gemälde von Alexandre Benoît Jean Dufay zeigt ein Detail aus dem Hochzeitsbild Napoleon I. mit Marie-Louise von Österreich 1812. Bildnachweis: RMN/Gérard Blot
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Vom 10. April bis 10. Oktober 2010 dreht sich in der Ausstellung „Zu Tisch - À Table! Köstlichkeiten aus fürstlichen Küchen und Kellern“ alles um die Kultur des Essens und Trinkens in napoleonischer Zeit. Bildnachweis: Napoleonmuseum Thurgau
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Das Aquarell zeigt den Chefkoch auf Schloss Arenenberg, wahrscheinlich Massimo, als Türke gekleidet. Bildnachweis: Bibliothèque Thiers, Paris
Arenenberg (-) Napoleon Bonaparte hat schon mal nur acht Minuten fürs Essen gebraucht, wofür sich andere stundenlang Zeit lassen. Kein Wunder, dass er sich dann von Schmerzen wand, wenn sich sein Magen gegen die unsanfte Behandlung wehrte. Diese und andere Geschichten erfahren Besucher der Sonderausstellung „Zu Tisch - À Table! Köstlichkeiten aus fürstlichen Küchen und Kellern“ des Napoleonmuseums Arenenberg (Thurgau, Schweiz), die vom 10. April bis zum 10 .Oktober stattfindet.
Da der französische Kaiser für seine kurzen Mahlzeiten berüchtigt war – und mit seinem Entfernen vom Tisch die Tafel aufgehoben war – planten die geladenen Günstlinge davor oder danach eigene und ergiebigere Mahlzeiten ein. Glück hatten sie, wenn Kaiserin Joséphine mit an der Tafel saß: sie konnte erlauben, dass trotzdem weiter gespeist werden durfte, berichtete Christina Egli anlässlich eines Pressegesprächs auf Schloss Arenenberg. Zusammen mit Museumsdirektor Dominik Gügel hat sie diese Ausstellung zusammengestellt.
Auf zwei Etagen werden ausgewählte Stationen eines 13-gängigen Menüs nachgestellt das Massimo, der „Maître de cuisine“ von Hortense de Beauharnais, im Jahr 1805 eigens für den Besuch der lombardischen Gesandten am Hof von Kaiserin Joséphine und Napoleon I. in Malmaison zusammenstellte. Gleichfalls zu sehen ist die Nachstellung eines Picknicks und die Bügelstube einer Plätterin. Nach dem Mahl mussten die Tischdecken sofort gewaschen und geplättet werden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seien bei Diners Servietten nicht gebräuchlich gewesen. Stattdessen wischten sich die Speisenden Mund und Hände an der bis zum Boden reichenden Tischdecke ab, erklärte Egli.
Die Ausstellungsmacher haben sich ein abwechslungsreiches Begleitprogramm einfallen lassen, das Spezialführungen, Degustationen (Verkostungen), wiederentdeckte kulinarische Spezialitäten, Gourmet-Workshops, Vorträge, Schaukochen, ein Gewinnspiel und vieles mehr an verschiedenen Orten der Region beinhaltet. Höhepunkt dürfte das oben erwähnte kaiserliche 13-Gang-Diner sein, das im Hotel-Restaurant Krone in Gottlieben (Thurgau, Schweiz) originalgetreu nach alten Rezepten gekocht wird. Hotelier Raymond Kronig und Koch Raphael Lüthy schränken ein: „So wie damals gekocht wurde, schmeckt es uns heute nicht mehr.“ Fleisch musste immer durchgebraten werden und trocknete daher aus. Aus Geschmacksgründen bereiteten die damaligen Köche die nicht immer ganz frischen Waren mit viel Fett zu. Auch hygienische Gründe ließen verschiedene Zubereitungsarten nicht zu, so Lüthy.
Die Sonderausstellung „Zu Tisch“ hat das Napoleonmuseum Thurgau, Schloss & Park Arenenberg, zusammen mit der RMN (Réunion des musées nationaux) in Paris und dem Museo Napoleonico in Rom vorbereitet. So tauschen die Museen Ausstellungsstücke untereinander aus. Während sich die Museen in Paris und Rom ausschließlich auf den Weinkeller der Kaiserin Joséphine konzentrieren, erweitern die Schweizer Ausstellungsmacher das Thema um die Kultur des Essens und Trinkens zwischen 1800 und 1900.
So treten auf Schloss Arenenberg, dem Elternhaus Kaiser Napoleons III. am Bodensee, an die Seite der „Getränke“ speziell ausgewählte Speisen beziehungsweise deren Rezepte, die aus teilweise noch nie bearbeiteten Quellen zusammengetragen wurden, verkündeten Gügel und Egli. Jedes so entstandene Menüteil bilde die Verbindung mit einer historischen Persönlichkeit aus dem Umfeld der kaiserlichen Familie, ergänzte Christina Egli.
Weitere Informationen zum Programm und den Öffnungszeiten gibt es auf der Homepage des Napoleonmuseums.
Autor: Nikolaj E. A. Schutzbach – Letzte Änderung: 2010-04-23 13:21:11

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