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Berichte

2008-05-31 – Muttergottes Maria erschien über der Augustinerkirche

Der Bau der Loretto-Kapelle auf dem Staader Berg erfüllte ein Gelübde

File-id: 162
Die Loretto-Kapelle auf dem Staader Berg hat eine lange Geschichte. Zusemmen mit ihrer Bethalle hat sie eine neue Außengestaltung erfahren.
Foto: Nikolaj E. A. Schutzbach (2008-05-29)
Konstanz (-) Ein erstes Gelübde 1632 der „Himmelsgöttin Maria zuliebe“ eine Kapelle zu errichten, falls Konstanz vom Feind verschont bleibe, bildete den Anlass für den Bau der Loretto-Kapelle auf dem Staader Berg. Dieses Versprechen erneuerten die Bürger ein Jahr später, als sie hart von den Schweden bedrängt wurden. Es geht die Sage, dass während der Belagerung die Muttergottes Maria am hellen Mittag über der Augustinerkirche (heute: Heilige Dreifaltigkeit) erschienen sei. Kurze Zeit darauf sind die Schweden unverrichteter Dinge abgezogen.
Im eigentlichen Stadtgebiet fand sich kein geeigneter Baugrund, so wählten die Konstanzer den Staader Berg als Standort. Geld- und Sachspenden ermöglichten es schließlich 1637 den Grundstein zu legen. Der Bau wurde noch im gleichen Jahr fertig. Der eigentliche Altar – mit den Reliquien der Heiligen Elisabeth, Laurentius, Karl Borromäus und Ignatius – folgte im Jahr darauf, sodass am 1. Juli 1638 der Bischof von Konstanz, Johannes VII. Graf von Wolfegg und Waldburg, die Kapelle feierlich einweihen konnte.
Die meisten Loretto-Kapellen sind in ihrer Bauweise eng an die „casa santa“ im italienischen Wallfahrtsort Loreto (mit einem t) angelehnt: Die Grundfläche beträgt zehn Meter auf fünf Meter. Je ein Fensterchen auf der Ost- und Westseite lässt gedämpftes Licht herein. Die oben verglaste Haupttüre auf der Südseite erhellt den Raum nur mäßig.
An der Westseite ist ein geschlossener Altarraum vorgebaut. Die nach außen weisenden Türen werden bei Gottesdiensten im Freien geöffnet und geben den Blick auf einen Barockaltar frei. Die Gläubigen finden dabei Schutz unter einer nach drei Seiten offenen Bethalle. Ein im Obergeschoss errichteter Chorsängerraum wird jedoch nicht mehr genutzt. Zur Kapelle dazu gehört das sogenannte Messnerhaus, das auf der Westseite des Grundstücks steht.
1587 wurde das „Hohe Kreuz“ (auch als Marienleuchte gedeutet) errichtet, das jedoch nicht mehr an seinem Originalplatz steht. Es war als Ersatz für ein schon 1474 urkundlich erwähntes Kreuz errichtet worden. Im Nordwesten steht der Marienbrunnen, eine Nachbildung von 1932 eines Renaissancebrunnens aus dem Jahr 1590. Fast drei Jahrhunderte lang lieferte er das Wasser. Erst 1905 löste ihn eine Wasserleitung vom See her ab.
Das Konstanzer Loretto ist ein Wallfahrtsort, seit vor Jahrhunderten das Gnadenbildnis nach dort versetzt wurde, dessen Ursprung nicht bekannt ist. Noch mysteriöser ist die Herkunft der originalen „casa santa“, dem Heimathaus Mariens, der heiligen Jungfrau: Es soll von Engelshänden getragen vom Meer her – nach einen dreijährigen Zwischenhalt in Tersatto – eingeschwebt sein.

Grundstückserwerb

Längere Verhandlungen waren nötig, um endlich das gewünschte Grundstück zum Bau der Loretto-Kapelle zu erlangen. Der Hochmeister des Deutschordens, Johann Kasper von Stadion, schenkte schließlich den Konstanzern den Platz in der Größe eines halben Jauchert (auch Morgen oder Tagwerk genannt, entspricht etwa einem halbern Fußballfeld). Die Konstanzer Unterhändler ließen jedoch entgegen der Abmachung zwei Jauchert abstecken. Da der Hochmeister keinen Widerspruch erhob, blieb es dabei.
Autor: Nikolaj E. A. Schutzbach – Letzte Änderung: 2008-06-02 00:47:25

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