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Berichte – Neueste
10 Berichte 2010-06-02 – Kaiserliches Prunkbad auf Schloss Arenenberg entdecktNapoleonmuseum Thurgau meldet sensationellen Fund
Im Zusammenhang mit Umbauarbeiten im Prinzenflügel der Dependance von Schloss Arenenberg förderten Bauforscher, Restauratoren und Archäologen im Frühjahr 2010 sensationelle Ergebnisse zu Tage: Unter den neuzeitlichen Einbauten der Küche des Bildungs- und Beratungszentrums fanden sich hervorragende Befunde, die einen seltenen Blick in die Hygienevorstellungen und Sanitär- beziehungsweise Küchentechnik des 19. Jahrhunderts erlauben.
Neben dem wiedergefundenen Badeofen und den Fundamenten des Küchenherdes ist dabei Besonders ein „Kaiserlicher Badesaal“ am südlichen Ende des sog. „Prinzenflügels“ bemerkenswert. In dem etwa 20 Quadratmeter großen Raum konnten eine farbig gefasste Stuckdecke, Reste der Wandbemalung und des gemaserten Täfers (Holzverkleidung) sowie ein Sandsteinfußboden freigelegt werden.
Die eigentliche Sensation aber ist das darin befindliche „Kaiserbad“ und die damit verbundene Technik. Es handelt sich um ein etwa 300 Zentimeter langes, 130 Zentimeter breites und 120 Zentimeter tiefes Tauchbad mit Treppenzugang von Osten (Korridor). Die Oberfläche des in den Boden abgesenkten Beckens ist mit weiß glasierten Tonkacheln versehen, das Becken selbst aus großen, vertikal stehenden Sandsteinplatten.
Am westlichen Kopfende befindet sich eine Kachel mit in Relief gefertigtem, gekröntem Adler, der Reste einer Vergoldung aufweist. Darunter ist ein runder Wasseranschluss vorhanden, der an eine Leitung in miteinander „verzahnten“ Kanal aus Tonplatten grenzt. Dieser ist in die Westfassade des Gebäudeflügels eingebaut und findet außerhalb seine Fortführung. Dabei handelt es sich um eine Druckwasserleitung für Kaltwasser, die aus den Brunnenstuben (Quellen) oberhalb des Arenenbergs gespeist wird.
In der Nordwand des Beckens findet sich ein weiterer runder Anschluss, daneben ein eckiger Durchlass, die beide bis in den Heißwasserofen in der Küche führen. Von Osten erlaubten fünf weiß glasierte Treppenstufen einen angenehmen Einstieg in das Becken. Leider sind nur drei davon unzerstört erhalten geblieben, die restlichen beiden können aber aufgrund der Fragmente wiederhergestellt werden. Das Becken besaß ursprünglich ein vergoldetes Geländer, von dem aber keine Spuren mehr vorhanden sind.
Dank des sogenannten „Malerbuches“ aus dem Jahr 1855 (eigentlich ein Rechungsbuch des mit der Renovierung nach dem Rückkauf beauftragten Handwerkers) und zahlreicher ebenfalls mit dem Jahr 1855 beginnender Inventare des Schlosses Arenenberg lässt sich das Kaiserbad und sein Saal hervorragend restaurieren. Das darin ursprünglich vorhandene Mobiliar blieb in den Sammlungen des Napoleonmuseums weitgehend erhalten und erlaubt somit die Rekonstruktion der Gesamtsituation.
Das „Kaiserbad“ und sein „Saal“ können nach dem derzeitigen Stand der Untersuchung sicher als „Prunkbad“ bezeichnet werden, wenn auch noch die Freilegung der Deckenmalerei auf sich warten lässt. Soweit bekannt, wurde das Bad um 1835 eingerichtet und befand sich bis etwa 1905 in Betrieb.
Seine Installationen können als „Hightech“ des beginnenden 19. Jahrhunderts bezeichnet werden. Vor allem die Verbindung mit dem angrenzenden Heizofen, der gleichzeitig auch für den Warmluft-Herd der Küche sorgte, gilt als modernste Technik der Zeit.
Die durch das Amt für Archäologie, den vor Ort befindlichen Restaurator, die am Bau beteiligten Handwerker und das Napoleonmuseum zu Tage geförderten Befunde stellen nicht nur für den Kanton Thurgau, sondern weit darüber hinaus ein große Besonderheit dar. Sowohl der kaiserliche Badesaal, wie auch die damit in engem Zusammenhang stehenden technischen Einbauten des Garde Mangers beziehungsweise der Küche sind für diese Zeit und in dieser Form – soweit bisher recherchiert – in ganz Europa einzigartig. Diese Einschätzung teilt auch Elisabeth Caude, Konservatorin am Château National de Malmaison, die als ausgewiesene Kennerin der Geschichte des Badewesens besonders über die französischen Anlagen des 18. und 19. Jahrhunderts forscht und die Arenenberger Befunde bereits Mitte April besichtigte.
Darüber hinaus förderten die Forschungen neue Erkenntnisse zur Baugeschichte von Schloss Arenenberg zu Tage, die ebenfalls nicht zu unterschätzen sind. Im Rahmen der laufenden Baumaßnahmen stehen noch weitere interessante Befunde zu erwarten. Sie zeigen deutlich, dass die kaiserliche Geschichte des Arenenbergs nicht auf das Napoleonmuseum beschränkt ist, sondern zusammen mit den gesamten Bauten der Schlossanlage gesehen werden muss beziehungsweise nur so verstanden werden kann.
Dies alles hatte zur Folge, dass die Planungen für die betrieblichen Einrichtungen des Napoleonmuseums im Erdgeschoss des Prinzenflügels mehrfach geändert werden mussten. Bis 2011 entstehen dort nun ein Besucher- und Informationszentrum. Das Kaiserbad soll restauriert werden und ab April/Mai 2011 den Besuchern des Napoleonmuseums im Rahmen von Sonder- und Jahresausstellungen zugänglich sein. 2010-04-09 – Das Napoleonmuseum auf Arenenberg bittet zu TischSonderausstellung zur Kultur des Essens und Trinkens zwischen 1800 und 1900
Arenenberg (-) Napoleon Bonaparte hat schon mal nur acht Minuten fürs Essen gebraucht, wofür sich andere stundenlang Zeit lassen. Kein Wunder, dass er sich dann von Schmerzen wand, wenn sich sein Magen gegen die unsanfte Behandlung wehrte. Diese und andere Geschichten erfahren Besucher der Sonderausstellung „Zu Tisch - À Table! Köstlichkeiten aus fürstlichen Küchen und Kellern“ des Napoleonmuseums Arenenberg (Thurgau, Schweiz), die vom 10. April bis zum 10 .Oktober stattfindet.
Da der französische Kaiser für seine kurzen Mahlzeiten berüchtigt war – und mit seinem Entfernen vom Tisch die Tafel aufgehoben war – planten die geladenen Günstlinge davor oder danach eigene und ergiebigere Mahlzeiten ein. Glück hatten sie, wenn Kaiserin Joséphine mit an der Tafel saß: sie konnte erlauben, dass trotzdem weiter gespeist werden durfte, berichtete Christina Egli anlässlich eines Pressegesprächs auf Schloss Arenenberg. Zusammen mit Museumsdirektor Dominik Gügel hat sie diese Ausstellung zusammengestellt.
Auf zwei Etagen werden ausgewählte Stationen eines 13-gängigen Menüs nachgestellt das Massimo, der „Maître de cuisine“ von Hortense de Beauharnais, im Jahr 1805 eigens für den Besuch der lombardischen Gesandten am Hof von Kaiserin Joséphine und Napoleon I. in Malmaison zusammenstellte. Gleichfalls zu sehen ist die Nachstellung eines Picknicks und die Bügelstube einer Plätterin. Nach dem Mahl mussten die Tischdecken sofort gewaschen und geplättet werden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seien bei Diners Servietten nicht gebräuchlich gewesen. Stattdessen wischten sich die Speisenden Mund und Hände an der bis zum Boden reichenden Tischdecke ab, erklärte Egli.
Die Ausstellungsmacher haben sich ein abwechslungsreiches Begleitprogramm einfallen lassen, das Spezialführungen, Degustationen (Verkostungen), wiederentdeckte kulinarische Spezialitäten, Gourmet-Workshops, Vorträge, Schaukochen, ein Gewinnspiel und vieles mehr an verschiedenen Orten der Region beinhaltet. Höhepunkt dürfte das oben erwähnte kaiserliche 13-Gang-Diner sein, das im Hotel-Restaurant Krone in Gottlieben (Thurgau, Schweiz) originalgetreu nach alten Rezepten gekocht wird. Hotelier Raymond Kronig und Koch Raphael Lüthy schränken ein: „So wie damals gekocht wurde, schmeckt es uns heute nicht mehr.“ Fleisch musste immer durchgebraten werden und trocknete daher aus. Aus Geschmacksgründen bereiteten die damaligen Köche die nicht immer ganz frischen Waren mit viel Fett zu. Auch hygienische Gründe ließen verschiedene Zubereitungsarten nicht zu, so Lüthy.
Die Sonderausstellung „Zu Tisch“ hat das Napoleonmuseum Thurgau, Schloss & Park Arenenberg, zusammen mit der RMN (Réunion des musées nationaux) in Paris und dem Museo Napoleonico in Rom vorbereitet. So tauschen die Museen Ausstellungsstücke untereinander aus. Während sich die Museen in Paris und Rom ausschließlich auf den Weinkeller der Kaiserin Joséphine konzentrieren, erweitern die Schweizer Ausstellungsmacher das Thema um die Kultur des Essens und Trinkens zwischen 1800 und 1900.
So treten auf Schloss Arenenberg, dem Elternhaus Kaiser Napoleons III. am Bodensee, an die Seite der „Getränke“ speziell ausgewählte Speisen beziehungsweise deren Rezepte, die aus teilweise noch nie bearbeiteten Quellen zusammengetragen wurden, verkündeten Gügel und Egli. Jedes so entstandene Menüteil bilde die Verbindung mit einer historischen Persönlichkeit aus dem Umfeld der kaiserlichen Familie, ergänzte Christina Egli.
Weitere Informationen zum Programm und den Öffnungszeiten gibt es auf der Homepage des Napoleonmuseums. 2008-11-21 – DLRG blickt auf eine bewegte und erfreuliche Saison zurückBootstaufe war herausragendes Ereignis – Dankesabend der DLRG Dettingen-Dingelsdorf
Auf eine bewegte und erfreuliche Saison kann die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Dettingen-Dingelsdorf zurückblicken, freute sich deren Vorsitzender Dieter Gellrich. Auch wenn es wettermäßig nicht so toll gewesen sei, „sehe ich einen lebendigen Verein“, erklärte Gellrich beim Dankesabend der Ortsverwaltungen Dettingen und Dingelsdorf für die Rettungsschwimmer und Bootsführer in der Unterkunft im Strandbad Wallhausen.
Die Bootstaufe Ende Juni sei ein herausragendes Ereignis gewesen, berichtete der Vorsitzende. Er hoffe, dass das Engagement der ehrenamtlichen Helfer mit dem neuen Rettungsboot aufgewertet werde. Gellrich wünscht, dass die verbesserten Arbeitsbedingungen, den sei zwei Jahren bestehenden Mitgliederschwund umkehren helfen. „Das neue Boot hat schließlich einen pädagogischen Wert“, betonte er.
„Allerdings haben wir dadurch einen höheren Spritverbrauch, der unsere Vereinskasse belastet. Wir sind hier auf Spenden angewiesen“, sagte Dieter Gellrich mit einem Seitenblick auf Roger Tscheulin, seines Zeichens Ortsvorsteher von Dettingen. Tscheulin ließ sich jedoch zu keiner Zusage verleiten. Allerdings notierte er sich gleich darauf etwas auf einen Zettel, was darauf schließen lassen könnte, dass er sich diesem Problem annehmen möchte.
Roger Tscheulin dankte den vielen Helfern für ihre Wachdienste in den Standbädern Wallhausen und Klausenhorn. Die beiden Bäder bezeichnete er als wichtige Faktoren für die beiden Ortsteile Dettingen und Dingelsdorf. „Ein Kompliment zur Bootstaufe. Sie hat eine große Außenwirkung erzielt“, freute sich der Ortsvorsteher.
Markus Demmler als Wachdienstleiter fasste in seinem mit Bildern unterlegten Jahresrückblick die wichtigsten Ereignisse zusammen. Toll sei, so Demmler, dass die Jugend wieder aktiver geworden sei. So nahmen die Jugendlichen unter anderem an einem Wasserballturnier teil, organisierten ein Kicker-Turnier und die Herbst-Hütte. In den beiden Standbädern leistete die DLRG 60 Mal Erste Hilfe. Zu elf Einsätzen wurden die Rettungsschwimmer und Bootsführer alarmiert. Dabei mussten sie Menschen aus der Marienschlucht retten, nach vermissten Personen auf dem Wasser suchen oder mühevoll einen gekenterten Katamaran aufstellen. Hinzu kamen noch sieben „Sicherungen“, wie bei Filmaufnahmen, einem Fallschirmspringen der Bundeswehr oder dem Seenachtfest. Beim zweiwöchigen Rettungswachdienst in Travemünde haben dieses Jahr fünf Rettungsschwimmer teilgenommen, berichtete Markus Demmler.
WachstundenAn den Wach- und Bootsdiensten beteiligten sich 27 ehrenamtliche Rettungsschwimmer und Bootsführer, die insgesamt 926,5 Stunden geleistet haben. Als Dank erhielten eine Urkunde sowie einen Gutschein: Wolfgang Kolandt (102 Stunden), Christiane Demmler (92,75), Markus Demmler (92,25), Thomas Böhler (84,50), Markus Schöwe (80,25), Fabian Hornstein (72,50), Alexander Schöwe (58,75), Verena Saier (50,75), Christina Saier (46,75), Christina König (35,75). Galerien1 Galerien
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2008-08-16 – Lustwandeln im Garten eines kaiserlichen PrinzenDie Stiftung Napoleon III. schließt Restaurierung des Kernstücks des Gartens ab – Rundgang mit Medienvertretern
Arenenberg (-) Nachempfingen wie sich die Mutter von Kaiser Napoleon III. in ihrem romantisch gelegenen Schlosspark zu Arenenberg vergnügt haben mag, können die Besucher seit Mitte August 2008. Hortense de Beauharnais, ehemalige Königin von Holland und Mutter von Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III., hatte 1835 den Park nach ihren Vorstellungen gestalten lassen. 1855 ließ Napoleon III. die künstliche Landschaft wieder auf Vordermann bringen, um ihn in der Form zu erhalten, wie sie seine 1837 verstorben Mutter gewünscht hatte.
Eine Vielzahl erhaltener Pläne, Zeichnungen und Fotos haben es möglich gemacht, dieses aufwendige Vorhaben umzusetzen. Rund 2,6 Millionen Schweizer Franken hat die Stiftung Napoleon III. gesammelt um die Restaurierung zu ermöglichen. Etwa 5,5 Hektar ist das Kernstück groß, das in über einjähriger Bauzeit gestaltet wurde. Insgesamt beträgt die Parkgröße rund 13 Hektar. Weitere Teile sollen in den kommenden Jahren restauriert werden. Darunter wird auch irgendwann die Verlegung des heutigen Parkplatzes fallen. Einen genauen Zeitplan gibt es nicht. Nicht zuletzt hängt es von den finanziellen Mitteln ab, die verfügbar sein werden. Aber auch weitere Forschungsaufgaben erwarten Museumsdirektor Dominik Gügel und sein Team, um die Verhältnisse der damaligen Zeit richtig wiedergeben zu können. Und schließlich müssen die Verantwortlichen ständig auf Überraschungen gefasst sein: Diese machten mehrfache Planungsänderungen erforderlich. Im Hang werden weitere Grotten und Höhlen vermutet.
Archäologen haben in mühevoller Kleinarbeit die verschiedenen Erdschichten abgetragen. Sie sind sich sicher, wenn sie noch weiter graben würden, könnten sie die Geschichte bis in Mittelalter oder gar bis in römische Zeit zurückverfolgen. Sicher eine spannende Angelegenheit, aber Gügel und die Altertumsforscher haben sich selbst Beschränkungen auferlegt, und beschlossen die weiter zurückliegende Vergangenheit ruhen zu lassen.
In enger Zusammenarbeit haben Stiftung, Museum, Architekten und Landschaftsbauer dafür gesorgt, dass Wege, Treppen, Wiesen und Beete sowie Grotten instand gesetzt wurden. Ein Springbrunnen erhält sein Wasser mittels natürlichem Gefällen aus Behältern im Hang. Die Leitungswege blieben im Wesentlichen erhalten. Allerdings mussten die alten, giftigen Bleirohre durch solche aus Plastik ersetzt werden. Und das Wasser wird im Kreislauf geführt, da sonst hohe Abwasserkosten zu zahlen wären. Der Brunnen wird wegen der Kosten meist nur mit gedrosseltem Zufluss betrieben. Besuchergruppen kommen allerdings in den vollen Genuss der Fontäne, denn für sie wird der Hahn voll aufgedreht.
In der rückwärtigen Wand zum Brunnen ist die Grotte samt Kaskadenwand freigegraben und wieder hergestellt worden. Links davon entstand wieder die hölzerne Eremitage. Diese habe wohl keinem sakralen (geistlichen) Zweck gedient, erklärte Dominik Gügel. Rechts von der Grotte führt eine Treppe, die sogenannte Himmelsleiter hinan. Sie endet bei der Kapelle. Da sich die Geländeformation nicht mehr im Zustand von Mitte des 19. Jahrhundert befindet, musste eine teilweise im Hang aufgehängte Treppe erstellt werden. Sie ist ein moderner Bau, jedoch stellt sie den damaligen Verlauf der Himmelsleiter nach. Auf eines legt der Museumdirektor und Historiker großen Wert: Die hier erwähnte Grotte sei keine Kopie derer von Lourdes, wie von manchen Leuten behauptet werde. Galerien1 Galerien
2008-08-08 – Der Kaiser vom Bodensee zieht anPositive Zwischenbilanz der Doppelausstellung Napoleon III. zu dessen 200. Geburtstag
Konstanz (-) Prinz Charles Louis Napoleon Bonaparte, besser bekannt als Napoleon III. - Der Kaiser vom Bodensee, erfreut sich der Gunst von rund 25 000 Besuchern. Die Doppelausstellung der Konstanzer Museen und des Napoleonmuseum auf Schloss Arenenberg hat diese stolze Zahl während dreier Monate an Gästen angelockt, freuen sich die beiden Direktoren Tobias Engelsing und Dominik Gügel über das erfolgreiche deutsch-schweizerische Kooperationsprojekt. Beide hatten zu einem Pressegespräch über die Halbzeitbilanz ins Kulturzentrum am Münster geladen.
Rund 9 000 Besucher zählte Tobias Engelsing in Konstanz – ohne Teilnehmer der Rahmenveranstaltungen. „Eine gigantische Zuwachsrate“, sagt er. Setze sich der Trend bis zum Ende der Ausstellung fort – sie wird bis Ende Oktober verlängert – würden die erwarteten Besucherzahlen deutlich übertroffen, erklären die beiden Museumsleiter. Neben bedeutenden deutschen und schweizerischen Medien hätten auch französischen Medien den Kaiser vom Bodensee entdeckt.
Die Konstanzer haben rund 123 000 Euro in die Ausstellung investiert. Nur durch eine Förderung der Landesstiftung Baden-Württemberg mit 40 000 Euro sei diese Ausstellung überhaupt möglich geworden, betont Tobias Engelsing. Dominik Gügel nennt rund 230 000 Schweizer Franken als Kosten. Beim Vergleich der Finanz- und Besucherzahlen sind jedoch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen beider Häuser zu beachten. So ist der Etat des Napoleonmuseums ungleich höher. Dieses profitiert zudem von Besuchen der Dauerausstellung und des Gartens.
Die „öffentlichkeitszugewandte Ausstellung“ werde vom Tourismus gut angenommen. Dass beide Museen einen gemeinsamen Vertrieb entwickelt hätten, habe sich bewährt, sind sich Engelsing und Gügel einig. Aus ganz Deutschland reisten Besucher zu den Ausstellungen an den Bodensee. Auch in Frankreich stoße Napoleon III. auf großes Interesse. Das sei neu, da der letzte französische Kaiser in seinem Vaterland nicht beliebt sei. „In Frankreich ist er pfui“, sagte Engelsing, da er für den verlorenen Deutsch-französischen Krieg anno 1870/71 und den Verlust von Elsass-Lothringen verantwortlich gemacht werde. Allerdings, so Engelsing, habe die ihm nachfolgende republikanische Regierung die Kapitulation unterzeichnet.
Dass viele Italiener die Doppelausstellung besuchten sei eine weitere Überraschung, teilte Engelsing mit. Japanische Besuchergruppen stürzten sich auf die Ecke mit dem nachgestellten Biedermeier-Zimmer, berichtete er weiter. Jeder einzelne aus der Gruppe lasse sich dort in den nachgeschneiderten Biedermeier-Kleidern fotografieren.
Der Museumsshop im Kulturzentrum werde ebenfalls gut angenommen. Die beiden Druckerzeugnisse mit ihren kurzen, informativen Texten in drei Sprachen, passe wohl zum Zeitgeist, mutmaßt Engelsing, denn deren Verkaufszahlen seien sehr gut. „Sie verkaufen sich wie warme Semmeln“, freut sich der Konstanzer Museums-Chef.
Die Vorbereitungen zur Doppelausstellung hätten die eigenen Forschungen zu Napoleon III. deutlich vorangebracht, berichten die beiden Direktoren. Sie würden auch nach dem Ende der Ausstellungen weitergehen. So hätten sie in vielen Quellen die „liberale Prägung des jungen Dandys“ hier am Bodensee bestätigt gefunden.
Immer wieder träfen neue Fundstücke ein, ob die schlichten Kupfer- oder Bronzeringe, die auf eine Nachkommenschaft zu Prinz Louis Napoleon hinweisen, Briefe, ein Macaire-Bankprospekt oder gar eine Münze, die einem heutigen Kaufkraft-Gegenwert von rund 1 500 Schweizer Franken entspräche. Christina Egli, die Stellvertreterin von Dominik Gügel, hat erst jüngst Zugang zu Geheimakten in Frankreich erhalten, die weitere spannende Details zum Leben des letzten französischen Kaisers erwarten lassen.
Engelsing betonte ausdrücklich, die Bedeutung der Anwesenheit des Prinzen und seiner Mutter hier am See. Für die „Residenzstadt“ Konstanz bedeutete dies den Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs, der weit über die Stadt hinausreichte. Schließlich habe Königin Hortense in die hiesige Industrie investiert. Nicht zuletzt die Dampfschifffahrt auf dem Bodensee profitierte von ihrem finanziellen Engagement.
Viele Konstanzer Unternehmen wurden damals zu Hoflieferanten ernannt. Etliche von ihnen existieren heute noch – wenn auch oft nicht mehr in der Hand der gleichen Familie. Beim Verkaufsoffenen Sonntag in Konstanz am 26. Oktober 2008 wollen die Konstanzer Museen gemeinsam mit der Werbegemeinschaft der Einzelhändler, dem „Treffpunkt Konstanz“, noch einmal an diese enge Beziehung erinnern. 2008-06-26 – Eisblock hält der Hitze standDämmung nach Passivhausstandard übertrifft Erwartungen – Zimmerer-Innung schenkt Hütte dem Kinderhaus am See
Konstanz (-) Gespannt warteten Zimmerleute und Zuschauer auf die Enthüllung des Eisblocks auf der Markstätte. Vor genau vier Wochen hatte die Zimmerer-Innung im Lankreis Konstanz die kalte Masse in einer gut isolierenden Hütte untergebracht. Diese war nach dem Passivhausstandard gebaut worden.
Die Schätzungen der Beteiligten und Zuschauuer war optimistisch, dass noch recht viel von dem Block übrig sein würde. Baubürgermeister Kurt Werner schätzte rund 70 Prozent, Zimmerer-Obermeister Georg Martin 65 Prozent und Walter Rügert, Pressesprecher der Stadt, 45 Prozent.
Sie alle sollten ihre Erwartungen deutlich übertroffen sehen. Nachdem das in einer Plastikplane aufgefangene Schmelzwasser abgelaufen war, wogen die Zimmerleute den verbliebenen Rest. Der ursprünglich rund anderthalb Tonnen schwere Eisblock wog immer noch rund 1200 Kilogramm. Damit waren über Dreiviertel erhalten geblieben.
„Meine Erwartungen wurden übertroffen“, sagte Willi Van Aaken aus Konstanz, Besitzer einer Eigentumswohnung. Er hatte auf etwa 25 Prozent Verlust getippt. Auch wenn für ihn die Erkenntnisse nicht direkt nutzbar sind, denkt er daran, sich in der Eigentümergemeinschaft für energiesparende Baumaßnahmen einzusetzen.
Oliver van der Waerden, Lehrer an der Kreuzlinger Waldorf-Schule, hatte ein ähnliches Ergebnis erwartet. Mit seinen Schülern war er schon vor einger Zeit dort gewesen und hatte mit ihnen Tipps abgegeben. Die Wette passte ihm daher hervorragend als Anschauungsunterricht.
Dem Lehrer fiel jedoch noch etwas auf: Bei der Bestimmung des Gewichtes hatten die Zimmerer unter anderem die Holzpalette, die Plastikplane, die Bebänderung sowie Stahlketten und -rahmen nicht vom ermittelten Gewicht abgezogen. Dies würde den ermittelten Prozentwert verfälschen und eine größere Restmenge vortäuschen als tatsächlich vorhanden. So etwa ein bis zwei Prozentpunkte dürfte dies, abhängig von der Masse der genannten Gegenstände, ausmachen. Am Erfolg der Aktion haben er und Bürgermeister Kurt Werner trotzt der Ungenauigkeit keinen Zweifel.
Für van der Waerden ist dieses Ergebnis Grund genug, über neue Fenster in seinem Haus nachzudenken, um die Isolation zu verbessern. Ein kompletter Umbau mit Wärmegedämmung erscheint ihm zu aufwendig.
Nachdem das kleine Häuschen sich auf der Markstätte bewährt hat, findet es beim Kinderhaus am See des Familienzentrums Stockacker seinen neuen Standplatz. Es wird bei deren Außenstelle beim Wasserwerk aufgestellt und den Kindern unter anderem als Spielhaus dienen. Dafür erhält die Hütte noch die bisher fehlenden Türen und Fenster. Elke Fuhrmann, Erziehungsleiterin der Tagesgruppen, und Günther Wagner, Abteilungsleiter Soziale Dienste bei der Stadt, nahmen das Häuschen im Wert von etwa 5400 Euro in Empfang.
Bügermeister Kurt Werner sagte, die Stadt fördere hohe Energiestandards bei Neubauten und engagiere sich bei Sanierungen, wie beim Feierabendheim mit seiner Umnutzung als Passivhaus. Zimmerer-Obermeister Georg Martin wies darauf hin, dass die modernen Dämmmaßnahmen nicht nur ein Kälte- sondern auch ein hervorragender Wärmeschutz seien, was bei vielen Hitzetagen mit über 30 Grad nicht zu vernachlässigen sei. Berichte
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2008-06-24 – Platzverschwendung
Wer hat sich nicht schon einmal über die Autofahrer geärgert, die sehr platzverschwenderisch ihr motorisiertes Blech auf einem der mancherorts raren Parkplätze abgestellt haben? Da auch in der belebten Schottenstraße freie Stellplätze ausgesprochen selten sind, hat es nun ein wohlmeinender Anwohner auf sich genommen, Autofahrer auf die Platzverschwendung hinzuweisen. Wer ertappt wird, muss damit rechnen, unter dem Scheibenwischer einen großen Zettel zu finden: „Parken muss gelernt sein“ prangt in großen Buchstaben auf dem weißen Blatt. Weiter steht dort, dass die Konstanzer Fahrschulen gerne Nachhilfeunterricht erteilen würden. Der Mitbürger bleibt leider mit seiner „Kampagne gegen das Chaos“ anonym. Wahrscheinlich fürchtet er das Echo derer, die zu Unrecht beschuldigt wurden. So wie das von dem BMW-Fahrer, der zwar nicht vollendet Platz sparend sein Gefährt abgestellt hatte, aber in der auf zwei Autos ausgelegten Park bucht immerhin für Platz einen großen Mercedes gelassen hatte. 2008-06-15 – Die EBK überzeugen mit verantwortungsvollen LösungenNeues Verfahren für Kanalsanierung – Tag der offenen Tür bei den EBK
Konstanz (-) Die EBK überzeugen mit verantwortungsvollen Lösungen
„Die schmutzige Seite des Wassers soll kein Schattendasein führen“, forderte die Bundestagsabgeordnete Uschi Eid anlässlich des Tags der offenen Tür bei den Entsorgungsbetrieben (EBK). Als Stellvertretende Vorsitzende des Beraterkreises für Wasserversorgung und sanitäre Grundversorgung des UN-Generalsekretärs begleitet sie die Ausstellung „Tödliches Tabu Toilette“ zum internationalen Jahr der Sanitärversorgung.
Ulrike Hertig, Betriebsleiterin der EBK, sagte, dass 80 Prozent der Krankheiten in den Entwicklungsländern durch schmutziges Wasser und Hygienemängel entstünden. „Die Sanitärversorgung gilt seit 1840 als die wichtigste medizinische Entdeckung, noch vor der Entdeckung der DNA (Trägerin der Erbinformation) oder des Penicillins“, bestätigte Uschi Eid den hohen Stellenwert einer zeitgemäßen Abwasserentsorgung. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen mahnte weiter, dass in den Ländern der Dritten Welt Verhältnisse wie im Mittelalter herrschten, wodurch täglich 5000 Kinder – mehr als an Aids – sterben würden.
Bürgermeister Kurt Werner dankte den über ein Hundert EBK-Mitarbeitern, dass sie „stets durch innovative und verantwortungsvolle Lösungen überzeugen“. Um ihrem hohen Anspruch an den Umweltschutz gerecht zu werden, haben die seit 15 Jahren bestehenden EBK in den 90-er Jahren als erstes kommunales Entsorgungsunternehmen ein Umwelt-Managementsystem eingeführt.
Die Kläranlage ist das Herzstück der Abwasserreinigung. Die vielen Besucher informierten sich im aufschlussreichen Lehrpfad an den verschiedenen Stationen über die einzelnen Arbeitsschritte, wie aus einer bräunlich-trüben und mit Abfällen durchsetzten Brühe klares Wasser wird, das ohne Schaden für die Umwelt in den Seerhein geleitet werden kann.
Um Regen- und Abwasser überhaupt reinigen zu können, wird es über ein umfangreiches Kanalsystem herangeführt. Gut gebaute Kanäle halten etwa ein Hundert Jahre. Bei der Renovierung von Kanälen wird die EBK in den nächsten Monaten ein neues Verfahren ausprobieren. Das sogenannte „Schlauchliningverfahren“ kommt ohne das Aufreißen von Straßen aus. Dabei wird ein eigens angefertigter Kunststoffschlauch in den Kanal eingelassen. Wird abschließend Warmwasser eingefüllt, härtet das Material aus und der Kanal ist für die nächsten 50 Jahre gerüstet. Die Kostenersparnis gegenüber der offenen Bauweise beträgt mindestens rund 50 Prozent.
Der Geschäftsbereich Abfallentsorgung beeindruckte die Besucher mit den großen Müllfahrzeugen. Die geöffneten Heckklappen ermöglichten Einblicke in deren gierigen Schlünder, die je so um die zehn Tonnen fassen. Deutlich ließen sich dabei zwei Systeme unterscheiden: Zum einen das mit der Presse, die den Müll nach vorne in Richtung Fahrerkabine drückt und zum anderen das mit der Trommel, die mit einer Art Innengewinde den Abfall aufnimmt und nach Änderung der Drehrichtung den Müll wieder ausspuckt. Galerien1 Galerien
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2008-06-12 – Flotte Motorboote tanken Gas statt SuperbenzinSeetankstelle beim Konstanzer Pulverturm liefert Flüssiggas für Sportboote – Steinbeis-Stiftung fördert Entwicklung der Umrüsttechnik
Konstanz (-) Flüssiggas statt Superbenzin soll nach der Vorstellung von Michael Zupritt zukünftig die schnellen Motorboote auf dem Bodensee antreiben. Hierfür hat der Hilzinger in den letzen zwei Monaten über 100 000 Euro in die Seetankstelle beim Konstanzer Pulverturm investiert. Zusätzlich rund 100 000 Euro wird er in die Zulassung mehrerer Motoren stecken, kündigt Zupritt an.
Schon 2005 hat Professor Klaus Schreiner von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG ) eine Studie veröffentlicht, die sich mit den „Umweltfreundlichen Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren auf dem Bodensee“ befasste. Darin kam der Wissenschaftler zum Schluss, dass Biodiesel und Flüssiggas die Wassergefährdung und den Schadstoffausstoß gegenüber den herkömmlichen Treibstoffen Diesel und Superbenzin verringern würden.
Die Mizu Fahrzeugtechnik befasst sich seit 20 Jahren mit der Entwicklung und dem Tuning von Motorrad- und Automobil-Technik. Für deren geschäftsführenden Gesellschafter Michael Zupritt lag es daher nahe, die hierbei erworbene Erfahrung in die Entwicklung neuer Techniken für Bootsmotoren zu stecken. Derzeit laufen die Anmeldungen zweier Europa-Patente: So soll ein Wärmetauscher die Temperatur des zu verbrennenden Gases vorab erhöhen und eine Sicherheitsgasentlüftung das Entstehen eines explosiven Gas-Luft-Gemisches im Falle eines Tanklecks verhindern. Die Entwicklung wird von der Steinbeis-Stiftung gefördert, die den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft unterstützt.
Auf dem Trinkwasserspeicher Bodensee gelten die weltweit schärfsten Abgasvorschriften, die in der Bodenseeschifffahrtsordnung (BSO) geregelt sind. Diese erfordern ein aufwendiges Zulassungsverfahren für neue oder umgerüstete Motoren. Nach Einschätzung von Michael Zupritt eine lohnende Investition, da mit der Umrüstung auf Flüssiggas (Liquified Petroleum Gas, LPG) ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werde und die Treibstoffkosten deutlich niedriger seien. Die in Frage kommenden Motoren haben laut Zupritt eine Leistung von rund 190 bis 280 Kilowatt (260 bis 380 PS).
Da es bisher am Bodensee die hierfür nötige Tankmöglichkeit nicht gab, hat Zupritt die von ihm im letzten Jahr übernommene Seetankstelle um eine Zapfsäule für LPG erweitert. Dazu hat er neben den beiden Tanks für Superbenzin und Diesel einen 6900 Liter fassenden Behälter für Flüssiggas (auch als Autogas bekannt) im Ufer am Webersteig einbauen lassen. In ihrer Art sei diese Tankstelle damit einzigartig in Europa, erklärte Michael Zupritt.
Für dieses Jahr plant der Mizu-Chef eine weitere LPG-Tankanlage beim Yachthafen in Wallhausen. Für den gleichen Zeitraum schätzt er, dass rund 30 Sportboote auf dem See mit der neuen Antriebsform betrieben werden. In den nächsten Jahren plant er – möglicherweise auch in der Schweiz und in Österreich – weitere LPG-Tankstellen rund um den Bodensee einzurichten. Die Tankstelle am Pulverturm wird auch zur Anlaufstelle für interessierte Kunden werden, wo Vorführungen und Tests stattfinden.
FlüssiggasPropan, Butan oder ein Gemisch daraus werden als Flüssiggase bezeichnet. Der Verbrauch ist höher als beim Superbenzin, dafür ist die erzielbare Leistung höher. Die Kostenersparnis ergibt sich aus dem großen Preisunterschied von Flüssiggas (rund 0,70 Euro pro Liter) und Superbenzin (rund 1,70). Untersuchungen haben ergeben, dass Flüssiggas wesentlich weniger Schadstoffe beim Verbrennen erzeugt als andere. Lediglich Erdgas weist bessere Werte auf, das sich jedoch derzeit nicht wirtschaftlich in Fahrzeugen einsetzen lässt. Durch die hohe Verdampfungsfähigkeit des Flüssiggases soll keine Wassergefährdung bestehen.
SeetankstelleDie Seetankstelle liegt am Konstanzer Seerhein beim Rheinsteig neben dem Pulverturm. Die Zapfsäulen liefern Diesel, Superbenzin und Flüssiggas. Die Öffnungszeiten sind im Mai, Juni und Oktober von 12 bis 17 Uhr und im Juli, August und September von 10 bis 19 Uhr. Eingewiesene Inhaber einer Kundenkarte können rund um die Uhr tanken. Probefahrten und Beratungen können telefonisch vereinbart werden: 07731 / 9067-0. Links
2008-06-10 – Bügeln fasziniert nur als SammelleidenschaftSiegfried Musterle sammelt seit 20 Jahren Bügelgeräte und hält Vorträge bei Welttreffen
Konstanz (-) Bügeln gehört zu den unbeliebtesten Tätigkeiten im Haushalt ergab eine 2005 veröffentlichte Forsa-Umfrage unter Familien-Managerinnen (früher Hausfrauen genannt). Nur Fensterputzen gilt als lästiger. Männer dürfte das Glätten von Textilien mit dem erhitzten Stahl noch viel weniger erfreuen.
Umso verwunderlicher erscheint es, wenn ein Mann sich mit den zugehörigen Werkzeugen ausgiebig befasst. Siegfried Musterle gehört zu rund 150 Frauen und Männern in Deutschland, die sich mit dem Sammeln und der Geschichte von Bügeleisen und Ihren Vorgängern und Ablegern befassen. 1988 hat kam er in den Besitz von vier alten Bügeleisen, die seine Großmutter, seine Mutter und eine weitere Verwandte ihm hinterlassen hatten.
Den seit zwei Jahren pensionierten Lehrer für Physik und Elektrotechnik an der Zeppelin-Gewerbeschule packte die Neugierde darüber, was wohl hinter den Techniken und der Geschichte dieser Haushaltsinstrumente stecken mag. Schon im gleichen Jahr fuhren er und seine Frau Gerda nach Paris zum Welttreffen der Sammler von Bügelgeräten. Dass ihn das neue Hobby richtig gepackt hatte, zeigt auch die Tatsache, dass er schon 1990 zusammen mit einem Freund das nationale Sammler-Treffen mit 150 Teilnehmern im Waldhaus Jakob organisierte.
Inzwischen besitzt er 550 verschiedene Bügelgeräte und etwa genau so viel Zubehörteile: Ochsenzungen, holzkohle- und gasbefeuerte Bügeleisen, Braut-, Hut-, Glanz- und Onduliereisen, Fußbügeleisen, Mangelbretter, Wechselgriffe, Eisenkerne, Untersetzer sind Begriffe die im Zusammenhang mit seiner Sammlung fallen. Die Bandbreite umfasst ganz schlichte, funktionelle bis hin zu aufwendig gestalteten und verschnörkelten Teilen aus der ganzen Welt. „Die Anzahl sagt nichts über die Qualität einer Sammlung aus“, betont Musterle. Manche Sammlerstücke würden den Preis eines Mittelklassewagens erreichen, erklärt der 66-Jährige. Allerdings besitze er keine so wertvollen Stücke, sagt er und verweist darauf, dass mit dem Preis auch die Gefahr einer Fälschung steige.
Keine Fälschung ist der letzte in Konstanz befeuerte Schneiderofen, der dem Schneider Karl Längle gehörte, der in der Bodanstraße seinen Laden hatte. Dieser Ofen wurde mit Holzkohle befeuert. Auf einem innen gelagerten Drehkreuz konnten bis zu sechs Scheidereisen gleichzeitig erhitzt werden. Etwa zehn bis zwölf Kilogramm wiegt jedes. Herausgenommen werden sie mit einem eisernen mit Holz verkleideten Wechselgriff.
Das schwerste Bügeleisen seiner Sammlung wiegt 17 Kilogramm. Musterle hat das Trum von einem Ägypten-Urlaub mitgebracht. Ein hölzernes Mangelbrett – versehen mit der Jahreszahl 1657 – dürfte das älteste Stück seiner Sammlung sein. Allerdings fehle es hier an einer zuverlässigen wissenschaftlichen Altersbestimmung, sagt der ehemalige Lehrer vorsichtig.
Die Beschäftigung mit den Bügelgeräten soll nach Musterles Vorstellung bei aller Ernsthaftigkeit auch lustig und unterhaltsam sein. Beim letzten Welttreffen in Genf hielt er einen dreisprachigen Vortrag über Holzkohlebügeleisenverschlüsse. Bei einer anderen Gelegenheit sprach er über Bügeleisenwitze. „Mein schwäbischer Humor wird langsam anerkannt“, freut sich der in Ludwigsburg geborene und in Kornwestheim aufgewachsene Musterle. Unterhaltsam ist auch die unter den Bügeleisenfreunden verbreitete Tradition, sich an Weihnachten gegenseitig mit selbstgestalteten Grußkarten zu erfreuen.
Obwohl Siegfried Musterles Sammelschwerpunkt die sogenannten Holzkohlebügeleisen sind, nimmt er auch andere interessante Stücke in seine Sammlung auf. So besitzt er auch Schneidereisen mit Eisenkern. Manche von ihnen können aufgrund ihrer Bauform ganz bestimmten Regionen zugewiesen werden. Auch in Konstanz gab es eine eigene etwas klobig wirkende Bauart. Allerdings hat er bisher keines auftreiben können. Bei aller Leidenschaft fürs Sammeln ist Musterle einer Sache treu geblieben: „Ich bügle nicht“, betont er. Links
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